Deine Haut braucht weniger, als du denkst
Du wäschst deine Hände, cremst sie ein, aber schon kurze Zeit später fühlen sie sich schon wieder trocken und rauh an. Also greifst du erneut zur Handcreme und cremst wieder. Irgendwann gehört die Handcreme ganz selbstverständlich zum Alltag: eine steht am Waschbecken, eine steckt in der Handtasche und eine liegt auf dem Nachttisch.
Aber hast du dich schon einmal gefragt, warum deine Haut scheinbar ständig nach Creme verlangt?
Bevor ich Seifensiederin wurde, hatte ich trockene, schrundige und rissige Hände. Keine Creme hatte wirklich geholfen. Im Gegenteil: Ich hatte das Gefühl, es wurde immer schlimmer.
Besonders im Winter, wenn trockene Heizungsluft meine Haut zusätzlich beanspruchte, war es schlimm. Meine Hände schmerzten und die Risse bluteten. Keine Handcreme brachte dauerhaft Linderung.
Es war zum Verzweifeln. Und die aggressiven Spül- und Reinigungsmittel, mit denen ich damals in meinem Beruf arbeiten musste, machten es nicht besser.
Als ich dann Seifensiederin wurde und meine Hände mit meinen ersten handgemachten Seifen wusch, hatte ich einen echten Aha-Moment.
Meine ersten selbst gesiedeten Seifen vor über zwanzig Jahren waren Ziegenmilchseife, Lavendelseife und Olivenölseife. Besonders die Ziegenmilchseife, die heute Cremig zur Haut heißt, empfand ich als Wohltat. Sie enthält bis heute wertvolle Zutaten wie Sheabutter, Kakaobutter und natürlich Ziegenmilch.
Meine Hände fühlten sich plötzlich anders an. Die Schrunden und Risse verschwanden und ich musste nicht mehr ständig cremen.
Ich war begeistert und machte weiter. Immer mehr Seifensorten entstanden und fanden ihren Weg in unser Sortiment.
In all den Jahren habe ich dabei etwas Wichtiges über unsere Haut gelernt.
Unsere Haut ist keine passive Hülle
Unsere Haut kann unglaublich viel. Sie schützt uns vor äußeren Einflüssen, hilft dabei, den Wasserverlust zu begrenzen und bildet über ihre Talgdrüsen eigene Lipide.
Und trotzdem behandeln wir sie manchmal so, als könnte sie ohne unsere Hilfe überhaupt nicht funktionieren.
Wir reinigen, cremen, pflegen, peelen und tragen immer wieder neue Produkte auf. Wir möchten unsere Haut möglichst gut versorgen und bei manchen entsteht daraus eine Pflegeroutine mit unfassbar vielen Produkten.
Dabei lohnt es sich, die Haut zwischendurch einfach einmal zu beobachten.
Was braucht meine Haut wirklich?
Diese Frage hat meine eigene Hautpflege grundlegend verändert.
Wir haben gelernt, dass viel auch viel helfen soll.
Für fast jedes Hautgefühl gibt es heute ein Produkt: Reinigung, Gesichtswasser, Serum, Creme, Öl, Maske, Peeling und vieles mehr.
Wenn die Haut trocken ist, cremen wir. Fühlt sie sich danach wieder trocken an, cremen wir erneut. Und wenn das nicht reicht, suchen wir nach einem noch reichhaltigeren Produkt.
Doch vielleicht sollten wir uns manchmal eine andere Frage stellen:
Warum fühlt sich meine Haut überhaupt ständig so trocken an, trotz der vielen Cremes und Öle?
Unsere Haut braucht selbstverständlich Pflege, wenn sie diese benötigt. Aber Pflege muss nicht bedeuten, möglichst viele Produkte zu verwenden.
Manchmal kann weniger genau das Richtige sein.
Wasser und Fett, beides hat seine Aufgabe
Unsere Haut braucht Feuchtigkeit und Lipide, damit ihre äußerste Schicht geschmeidig bleibt und ihre Barrierefunktion erfüllen kann.
Wasser allein bleibt jedoch nicht dauerhaft auf der Haut. Nach dem Waschen verdunstet es wieder. Deshalb kann es bei trockener Haut sinnvoll sein, anschließend eine kleine Menge eines geeigneten Fettes oder einer Pflege aufzutragen. Das kann dabei helfen, den Wasserverlust über die Haut zu verringern.
Auch beim Waschen darf es weniger sein
Nicht jede Körperstelle muss bei jeder Dusche intensiv eingeseift werden.
Unsere Hände müssen wir im Alltag natürlich regelmäßig und intensiv waschen. Auch dort, wo Schweiß, Schmutz oder Gerüche entstehen, ist Reinigung sinnvoll.
Aber beispielsweise Arme, Beine oder der Rücken brauchen bei vielen Menschen nicht bei jeder Dusche eine intensive Reinigung mit Seife.
Beobachte deine Haut.
Wo braucht sie Reinigung?
Wo reicht Wasser?
Und wo braucht sie anschließend tatsächlich zusätzliche Pflege?
Es geht nicht darum, Seife oder Pflegeprodukte möglichst oft zu benutzen, sondern sie bewusst einzusetzen.
Weniger Produkte, dafür mehr Gespür für die eigene Haut.
Manchmal ist das eine milde Seife, manchmal etwas Sheabutter und manchmal ist es einfach nur Wasser.
Unsere Haut muss nicht perfekt kontrolliert werden. Wir dürfen ihr auch zutrauen, vieles selbst zu können.
Vielleicht beginnt gute Hautpflege deshalb nicht mit einem neuen Produkt, sondern mit einer einfachen Frage:
Was braucht meine Haut heute wirklich?
Probiere es einmal aus. Beobachte deine Haut für einige Tage ganz bewusst und reduziere deine Routine dort, wo es sich für dich gut anfühlt. Wenn du verstehen willst, was deine Haut wirklich braucht, dann melde dich in unserem Hautkompass an.
Sichere dir deinen Hautkompass jetzt: https://hautwohl.de/pages/kurs-haut
Und wenn du für die Reinigung eine handgemachte Naturseife suchst, die deine Haut angenehm und mild reinigt, findest du bei Hautwohl verschiedene Seifen für unterschiedliche Hautbedürfnisse.
Denn manchmal braucht unsere Haut nicht mehr, sondern weniger und dafür das Richtige.
Für mich wurde daraus mit der Zeit eine ganz einfache Philosophie:
Mit wenig viel für meine Haut erreichen.
Denn ich möchte meine Haut nicht ständig beschäftigen.
Ich möchte sie mild reinigen und ihr danach die Möglichkeit geben, ihre eigenen Aufgaben zu übernehmen.
Deshalb benutze ich Naturseife zur Reinigung und manchmal auh nur Wasser.
Und dann gibt es wiederum Tage, an denen sie sehr deutlich sagt:
Heute brauche ich ein bisschen Unterstützung. Wenn meine Haut besonders strapaziert ist, einzelne Stellen rau werden oder anfangen zu spannen, greife ich zu einem meiner Lieblingsprodukte. Genau dann kommt meine Sheabutter zum Einsatz.
Aber auch die verwende ich nicht überall und nicht automatisch jeden Tag.
An trockenen Händen, rauen Ellenbogen und auch gerne an den Füßen.Oder an einer anderen Hautstelle, die gerade trocken und strapaziert ist. Im Winter für die Lippen, wenn sie das brauchen. Aber nur winzige Mengen.
So verwende ich Sheabutter bei trockenen Hautstellen
Ich benetze die trockene Hautstelle zunächst mit etwas lauwarmem Wasser.
Dann nehme ich eine kleine Menge der noch festen Sheabutter und lasse sie in meiner Handinnenfläche weich werden.
Anschließend verteile ich sie ganz dünn auf der noch feuchten Haut.
Sheabutter enthält vor allem pflanzliche Fette. Auf der Haut bildet sie eine fettreiche Schicht, die dabei helfen kann, den Feuchtigkeitsverlust über die Haut zu reduzieren.
Deshalb verwende ich sie besonders gerne auf leicht feuchter Haut.
Und dann lasse ich meine Haut wieder in Ruhe.
Vielleicht ist nicht deine Haut das Problem, sondern unsere Vorstellung.
Das war für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse.
Doch Hautpflege muss nciht kompliziert sein, wenn wir ihr zuhören und sie verstehen.
"Seit ich meine Haut minimalistisch und intuitiv Pflege fühle ich mich wieder wohl in meiner Haut."