Trocknet Seife die Haut aus?

15 Sep, 2026 101
Trocknet Seife die Haut aus?

Was Naturseife anders macht

„Seife trocknet die Haut aus.“

Diesen Satz hören wir erstaunlich oft von Menschen, die noch nie Hautwohl Seifen verwendet haben. 

Gehörst du auch zu den Menschen, deren Haut nach dem Waschen spannt oder sich trocken anfühlt und deshalb lässt du lieber gar keine Seife mehr an deine Haut.

 

Aber ist wirklich die Seife das Problem?

 

Ganz aus der Luft gegriffen ist diese Vorstellung nicht. Seife reinigt und dabei löst sie Schmutz und Fette von der Hautoberfläche. Außerdem hat Seife einen alkalischen pH-Wert, während unsere Hautoberfläche leicht sauer ist.

Doch daraus ist im Laufe der Zeit eine sehr pauschale Aussage geworden:

Seife = trockene Haut.

Und genau das greift zu kurz.

Denn es macht einen Unterschied, welche Seife wir verwenden. Ob wir industrielle Seife ohne Überfettung oder handgemachte Seifen mit Überfettung verwenden. 

Ebenso spielt eine Rolle, wie häufig wir uns waschen, wie heiß das Wasser ist, wie lange wir reinigen und in welchem Zustand unsere Haut gerade ist.

Die entscheidende Frage lautet deshalb für uns nicht:

Ist Seife gut oder schlecht für die Haut?

Sondern:

Wie viel Reinigung braucht meine Haut und was für Seife verwende ich? 

 

Was passiert beim Waschen mit Seife?

Seife soll reinigen. Ihre Moleküle helfen dabei, Fett und Schmutz mit Wasser von der Haut abzuspülen.

Genau das erwarten wir von ihr.

Dabei können hauteigene Fette von der Hautoberfläche entfernt werden. Je häufiger und intensiver wir reinigen, desto stärker kann die Haut beansprucht werden.

Auch sehr heißes Wasser und langes Duschen können dazu beitragen, dass die Haut anschließend trocken ist oder spannt.

Deshalb ist nicht nur entscheidend, womit wir uns waschen, sondern auch wie.

 

Eine milde Reinigung kann beispielsweise bedeuten:

  • nur dort Seife zu verwenden, wo sie wirklich gebraucht wird

  • kurz und eher lauwarm statt lange und heiß zu duschen

  • wenig Seife zu verwenden

  • die eigene Haut nach dem Waschen bewusst zu beobachten

  • die richtige Seife für die richtige Haut auswählen 

 

Was bedeutet „überfettete Seife“?

Eine Hautwohl Freundin erzählte uns dazu eine Geschichte, die uns besonders im Gedächtnis geblieben ist:

Bei einer Mammographie wurde sie darauf hingewiesen, dass sie ihre Brust vor der Untersuchung offenbar eingecremt habe. Doch sie hatte überhaupt keine Creme verwendet. Sie hatte sich lediglich zuvor mit einer unserer überfetteten Naturseifen gewaschen.

 

Für uns ist diese Erfahrung besonders spannend, weil sie zeigt, wie gepflegt sich die Haut nach dem Waschen mit einer überfetteten Naturseife anfühlen kann, ganz ohne zusätzliche Creme.

 

Bei der handwerklichen Herstellung unserer Naturseifen werden Öle und Fette mit Lauge verseift. Dabei entstehen Seife und natürliches Glycerin.

Unsere Rezepturen berechnen wir mit einer Überfettung. Vereinfacht gesagt wird dabei weniger Lauge eingesetzt, als zur vollständigen Verseifung der eingesetzten Fette erforderlich wäre. Dadurch verbleiben Fettbestandteile in der fertigen Seife.

 

Aus unserer langjährigen Erfahrung macht genau diese Art der Rezeptur einen spürbaren Unterschied beim Hautgefühl und natürlich die Auswahl von kaltgepressten Pflanzenölen aus kontrolliert biologischem Anbau. 

 

Viele unserer Kundinnen und Kunden berichten uns, dass sich ihre Haut nach dem Waschen mit unseren überfetteten Naturseifen angenehm und gepflegt anfühlt und sie anschließend deutlich weniger oder teilweise gar nicht mehr cremen.

 

Das sind jedoch persönliche Beobachtungen und kein wissenschaftlicher Nachweis dafür, wie viel unverseiftes Fett nach dem Waschen tatsächlich auf der Haut verbleibt.

Deshalb sprechen wir bei unseren Naturseifen gerne von einem angenehmen, gepflegten Hautgefühl, ohne daraus ein allgemeines Wirkversprechen für jede Haut abzuleiten.

Denn auch eine überfettete Naturseife bleibt ein mildes Reinigungsprodukt  und jede Haut reagiert anders.

 

Aber wo ist dann die Lauge?

Das Wort „Lauge“ sorgt immer wieder für Verunsicherung.

Und ja: Zur Herstellung echter Seife benötigen wir Lauge. Ohne sie könnten aus den eingesetzten Ölen und Fetten keine Seifen entstehen.

Während der Verseifung reagiert die Lauge jedoch mit den Fetten und Ölen. Bei einer fachgerecht hergestellten und vollständig verseiften Seife wird die Lauge innerhalb weniger Wochen vollständig abgebaut. 

Wenn du mehr über Naturseife erfahren willst, dann lies diesen Artikel: 

Was ist handgemachte Naturseife? 

 

Warum kann sich die Haut nach dem Waschen trotzdem trocken anfühlen?

Auch eine hochwertige Naturseife kann für eine bestimmte Haut oder bei zu häufiger Anwendung zu viel Reinigung sein.

Das ist kein Widerspruch.

Unsere Haut ist individuell.

Während jemand Naturseife täglich am ganzen Körper verwendet und sich damit wohlfühlt, benötigt eine andere Haut deutlich weniger Reinigung.

Achte deshalb darauf, was deine Haut dir zeigt:

Fühlt sie sich nach dem Waschen angenehm an?
Dann scheint deine Reinigung im Moment gut zu dir zu passen.

Spannt sie regelmäßig, fühlt sich rau an oder beginnt zu jucken?
Dann muss die Antwort nicht automatisch „mehr Creme“ heißen.

Schau zunächst einmal genauer hin:

Wasche ich zu häufig? Dusche ich sehr heiß? Reinige ich jedes Mal den ganzen Körper mit Seife? Verwende ich vielleicht mehr Produkt, als ich eigentlich brauche? Liegt es an der Umstellung von synthetischen Produkten auf natürliche? 

Manchmal liegt die Lösung nicht darin, etwas hinzuzufügen, sondern etwas wegzulassen.

Genau darum geht es auch in unserem Artikel

„Deine Haut braucht weniger, als du denkst“.

 

Und was passiert mit dem Säureschutzmantel?

Unsere Hautoberfläche besitzt normalerweise ein leicht saures Milieu. Klassische Seife dagegen ist alkalisch.

Beim Waschen mit Seife verändert sich der pH-Wert an der Hautoberfläche deshalb vorübergehend.

Unsere Haut besitzt jedoch eigene Regulationsmechanismen, mit denen sie ihr Oberflächenmilieu wieder reguliert.

Wie gut sie damit zurechtkommt, ist individuell und hängt unter anderem vom Hautzustand, der Häufigkeit des Waschens und der verwendeten Reinigung ab.

Deshalb möchten wir dir auch hier keine starre Regel geben.

Beobachte deine Haut.

Wenn sie dauerhaft spannt, brennt, stark juckt oder gerötet ist, solltest du nicht einfach weiterwaschen und darauf warten, dass sie sich daran „gewöhnt“. Die Ursache dieser lang anhaltenden Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden. 

Hier erfährst du, ob unsere Haut ph-neutrale Pflege braucht. 

 

Gib deiner Haut nicht automatisch mehr, sondern zuerst weniger

Wenn sich die Haut nach dem Waschen trocken anfühlt, greifen wir häufig sofort zur nächsten Creme.

Dabei lohnt es sich manchmal, zuerst die Reinigung zu hinterfragen.

Vielleicht braucht deine Haut weniger Belastung von den  unterschiedlichen oder zuvielen Produkten. 

 

Probiere zum Beispiel aus, kürzer und lauwarm zu duschen, Seife gezielt einzusetzen und nicht mehrere Produkte gleichzeitig zu wechseln.

So kannst du viel besser beobachten, was deiner Haut tatsächlich guttut.

Genau das verstehen wir bei Hautwohl unter intuitiver Hautpflege: beobachten, vereinfachen und bewusst entscheiden.

 

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, lies unseren Blogartikel

„Wie kann man intuitive Hautpflege lernen?“.

 

Du möchtest deine Haut besser verstehen?

Vielleicht fragst du dich jetzt: Woher weiß ich eigentlich, was meine Haut wirklich braucht?

Genau dafür haben wir den Hautkompass entwickelt.

Dort schauen wir nicht nur darauf, welche Pflege du verwendest. Du lernst deine Haut und ihre Aufgaben besser kennen und erfährst, welche Rolle unter anderem Hautbarriere, Hormone, Darm und Nervensystem spielen können.

Vor allem möchten wir dir dabei helfen, wieder genauer hinzuschauen:

Was tut meiner Haut gut? Was braucht sie wirklich und was vielleicht gar nicht?

👉Hier geht es zum Hautkompass

 

Unser Ziel ist es, dass du deine Haut besser verstehst und mit wenig gezielt für sie sorgen kannst.

 

Welche Naturseife passt zu trockener oder empfindlicher Haut?

Es gibt nicht die eine Seife, die für jede Haut geeignet ist.

Bei trockener oder empfindlicher Haut würden wir besonders auf eine übersichtliche Rezeptur, eine milde Anwendung und die persönliche Verträglichkeit achten.

In unserer Naturmanufaktur entwickeln wir unterschiedliche Seifen für unterschiedliche Hautbedürfnisse.

Für empfindliche und trockene Haut findest du beispielsweise unsere duftfreie Sensitiv Honigseife. Wenn deine Haut besonders trocken und rau ist, kann auch unsere Cremig zur Haut interessant sein.

 

Und wenn deine Haut nach dem Waschen zusätzliche Pflege benötigt, kann eine schlichte Pflege wie unsere naturreine Sheabutter eine Möglichkeit sein. Wir empfehlen, sie sparsam auf die noch leicht feuchte Haut aufzutragen.

 

Seife trocknet die Haut aus, stimmt das nun?

So pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten.

Seife reinigt und kann dabei auch hauteigene Fette von der Hautoberfläche entfernen. Wie sich die Haut anschließend anfühlt, hängt jedoch von vielen Faktoren ab: von der Rezeptur der Seife, deinem Hautzustand, der Häufigkeit der Reinigung, der Wassermenge und -temperatur und deiner persönlichen Verträglichkeit.

Deshalb möchten wir dir nicht sagen:

„Du musst Naturseife benutzen.“

Wir möchten dir vielmehr dabei helfen herauszufinden:

Was braucht deine Haut wirklich?

Vielleicht ist es eine passende Naturseife.

Vielleicht weniger häufiges Waschen.

Vielleicht etwas Sheabutter.

Und manchmal braucht die Haut einfach nur eines:

weniger.

Denn das ist unsere Erfahrung nach vielen Jahren in der Naturmanufaktur:

Weniger ist mehr.

Mit wenig viel erreichen, besonders für die Haut