Ursachen, Tipps und natürliche Lösungen
Der Frühling bringt nicht nur blühende Blumen und längere Tage, sondern für viele von uns auch ein unerwartetes Problem: vermehrten Haarausfall.
Auch ich merke bei mir persönlich, dass im Frühjahr plötzlich mehr Haare in der Bürste landen als sonst. Und obwohl Haarausfall grundsätzlich zu jeder Jahreszeit auftreten kann, stellt sich schnell die Frage:
Warum habe ich gerade im Frühjahr mehr Haarausfall? Ist das noch normal – und was kann ich dagegen tun?
Tatsächlich kann unser Haar einem natürlichen, saisonalen Rhythmus folgen. Doch auch Stress, hormonelle Veränderungen, die Ernährung oder andere Ursachen können eine Rolle spielen.
Schauen wir uns deshalb genauer an, warum Haarausfall im Frühjahr auftreten kann, wann du ihn einfach beobachten kannst und wie du Haare und Kopfhaut natürlich unterstützen kannst.
Ist Haarausfall im Frühjahr normal?
Haarausfall im Frühjahr kann Teil der natürlichen Schwankungen unseres Haarzyklus sein und ist zunächst kein Grund zur Sorge. Jeder Mensch verliert täglich Haare. Häufig wird als Orientierung von etwa 50 bis 100 Haaren pro Tag gesprochen, übers Jahr betrachtet kommt also eine erstaunliche Menge zusammen.
Doch gerade im Frühjahr haben manche Menschen das Gefühl, dass plötzlich deutlich mehr Haare in der Bürste, auf der Kleidung oder im Abfluss landen.
Tatsächlich haben wissenschaftliche Untersuchungen saisonale Schwankungen im menschlichen Haarzyklus beobachtet. Zu bestimmten Zeiten können sich mehr Haare gleichzeitig in der Ruhephase befinden und anschließend ausfallen. Wie stark diese saisonalen Veränderungen ausgeprägt sind, unterscheidet sich jedoch von Mensch zu Mensch.
Doch warum fällt uns der Haarausfall im Frühjahr manchmal besonders auf? Und steckt wirklich immer nur der natürliche Haarzyklus dahinter?
Schauen wir uns die möglichen Ursachen genauer an.
Warum können im Frühjahr mehr Haare ausfallen?
Für verstärkten Haarverlust gibt es selten nur eine mögliche Erklärung. Neben saisonalen Veränderungen können beispielsweise Hormone, Stress, Ernährung, Erkrankungen oder bestimmte Medikamente eine Rolle spielen.
1. Der natürliche Haarzyklus
Jedes Haar durchläuft einen eigenen Lebenszyklus. Vereinfacht unterscheidet man drei wichtige Phasen:
Anagenphase – Wachstumsphase
Das Haar wächst aktiv. Diese Phase kann mehrere Jahre dauern.
Katagenphase – Übergangsphase
Das Wachstum wird eingestellt und der Haarfollikel bereitet sich auf die Ruhephase vor.
Telogenphase – Ruhephase
Das Haar wächst nicht mehr weiter und fällt schließlich aus. Anschließend kann ein neuer Haarzyklus beginnen.
Wenn sich bei vielen Haaren die einzelnen Phasen zeitlich verschieben, kann vorübergehend auffallen, dass mehr Haare gleichzeitig ausfallen.
2. Hormonelle Veränderungen
Hormone spielen beim Haarwachstum eine wichtige Rolle.
Besonders Frauen erleben deshalb häufig Veränderungen ihrer Haare während hormoneller Umstellungsphasen, beispielsweise nach einer Schwangerschaft oder während der Wechseljahre.
Auch eine Schilddrüsenerkrankung kann mit verändertem Haarwachstum oder Haarausfall einhergehen.
Wenn dein Haarverlust plötzlich stark zunimmt oder über längere Zeit anhält, sollte deshalb nicht automatisch die Jahreszeit dafür verantwortlich gemacht werden.
3. Ernährung und Nährstoffversorgung
Haare benötigen für ihr Wachstum verschiedene Nährstoffe. Eine ausgewogene Ernährung versorgt den Körper unter anderem mit Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen.
Eine Rolle für gesundes Haar spielen beispielsweise:
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Eisen
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Zink
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Proteine
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Biotin und weitere B-Vitamine
Wichtig: Nahrungsergänzungsmittel solltest du nicht vorsorglich in hohen Dosierungen einnehmen. Besteht der Verdacht auf einen Nährstoffmangel, kann dieser ärztlich abgeklärt werden.
Gerade bei Eisen ist eine gezielte Diagnostik sinnvoll.
4. Stress und Haarausfall
Auch Stress kann den Haarzyklus beeinflussen.
Dabei muss es nicht nur der offensichtlich große Stress sein. Berufliche Belastung, Sorgen, Schlafmangel oder länger anhaltende innere Anspannung können den gesamten Organismus beanspruchen.
Das Tückische daran: Der verstärkte Haarverlust muss nicht unmittelbar während einer belastenden Phase auftreten. Veränderungen des Haarzyklus können sich zeitversetzt bemerkbar machen.
Wenn du im Frühjahr mehr Haare verlierst, lohnt es sich deshalb auch zu überlegen:
Wie ging es mir in den vergangenen Monaten?
5. Winter, trockene Luft und strapaziertes Haar
Im Winter sind Haare und Kopfhaut besonderen Bedingungen ausgesetzt.
Kalte Außenluft, trockene Heizungsluft, Mützen und Temperaturwechsel können Kopfhaut und Haar belasten. Auch die Haarlängen können trockener und spröder werden.
Dabei ist allerdings wichtig, Haarbruch von Haarausfall zu unterscheiden.
Bricht ein Haar in der Länge ab, handelt es sich nicht um dasselbe wie ein Haar, das mitsamt seiner Wurzel ausfällt.
Eine sanfte Haarpflege kann vor allem dazu beitragen, die Haarstruktur zu schonen und Haarbruch zu reduzieren.
Was hilft bei Haarausfall im Frühjahr?
Wenn der verstärkte Haarverlust nur vorübergehend auftritt und keine Erkrankung dahintersteckt, kannst du einiges tun, um Haare und Kopfhaut natürlich zu unterstützen.
1. Ernährung bewusst gestalten
Eine abwechslungsreiche Ernährung ist eine wichtige Grundlage für gesundes Haar.
Achte unter anderem auf gute Quellen für:
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Eiweiß
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Eisen
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Zink
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B-Vitamine
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ungesättigte Fettsäuren
Statt einzelne „Haarvitamine“ auf Verdacht einzunehmen, ist es sinnvoller, zunächst die gesamte Ernährung zu betrachten.
Bei starkem oder länger anhaltendem Haarausfall kann eine ärztliche Untersuchung zeigen, ob tatsächlich ein Mangel besteht.
2. Haare möglichst sanft reinigen
Wenn ohnehin viele Haare ausfallen, entsteht schnell der Wunsch, besonders viele Pflegeprodukte auszuprobieren.
Doch mehr Haarpflege bedeutet nicht automatisch gesünderes Haar.
Vermeide unnötig aggressive Reinigung, sehr heißes Wasser und häufig wechselnde Produkte. Beobachte stattdessen, womit deine Kopfhaut gut zurechtkommt.
Auch eine gut ausgewählte Natur- oder Haarseife kann Teil einer reduzierten Haarpflege sein.
Unsere Haarseifen enthalten unterschiedliche Pflanzenöle und weitere ausgewählte Inhaltsstoffe. Welche Haarseife zu dir passt, hängt von deinem Haar, deiner Kopfhaut und deinen persönlichen Vorlieben ab.
Teste auch gerne unsere Frühjahrskur mit Birkenblättern
3. Kopfhaut sanft massieren
Eine sanfte Kopfhautmassage kann angenehm sein und fördert kurzfristig die lokale Durchblutung.
Du kannst dafür einfach deine Fingerspitzen verwenden und die Kopfhaut einige Minuten vorsichtig massieren.
Auch eine Naturhaarbürste kann angenehm sein. Wichtig ist dabei, nicht kräftig über eine gereizte oder empfindliche Kopfhaut zu reiben.
Wenn du ein Pflanzenöl verwenden möchtest, eignen sich je nach Haar und Kopfhaut beispielsweise kleine Mengen:
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Jojobaöl
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Arganöl
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Kokosöl
Öl solltest du sparsam verwenden. Gerade bei feinem Haar kann zu viel davon nur schwer wieder auszuwaschen sein.
4. Stress reduzieren und Bewegung einbauen
Spaziergänge, Bewegung, ausreichend Schlaf, Yoga oder Meditation können dir helfen, im Alltag besser mit Belastungen umzugehen.
Das ist keine unmittelbare „Therapie gegen Haarausfall“. Wenn länger anhaltender Stress jedoch eine Rolle spielt, lohnt es sich, nicht nur auf das Haar, sondern auf den gesamten Alltag zu schauen.
Manchmal zeigt uns unser Körper an Stellen, an denen wir es zunächst gar nicht erwarten, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
5. Haare vor starker Sonne schützen
Sonne und UV-Strahlung können vor allem die Haarstruktur belasten.
Wenn du längere Zeit in intensiver Sonne verbringst, schützt eine Kopfbedeckung gleichzeitig Haare und Kopfhaut.
Ein Hut, eine Schildmütze oder ein leichtes Tuch können dafür bereits ausreichen.
6. Natürliche Hausmittel für Haare und Kopfhaut
Wenn du natürliche Haarpflege magst, gibt es verschiedene traditionelle Hausmittel, die du ausprobieren kannst.
Dazu gehören beispielsweise:
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Apfelessig
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Bier
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Aloe Vera
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Bockshornklee
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Rosmarin
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verschiedene Pflanzenöle
Sie können Haare und Kopfhaut pflegen, sollten jedoch nicht mit einer medizinischen Behandlung von Haarausfall gleichgesetzt werden.
Besonders spannend ist Rosmarin bei Haarausfall. Rosmarin und insbesondere Rosmarinöl werden inzwischen auch wissenschaftlich im Zusammenhang mit Haarwachstum untersucht.
Was die Forschung tatsächlich zeigt, wie Rosmarin angewendet werden kann und wo die Grenzen liegen, erfährst du hier:
Rosmarin bei Haarausfall – Wirkung, Anwendung und was Studien zeigen
DIY-Rezepte bei Haarausfall
Du möchtest lieber selbst etwas ausprobieren?
Dann haben wir verschiedene einfache Rezepturen für dich zusammengestellt, darunter:
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Apfelessig-Spülung
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Bier-Haarmaske
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Kaffee-Kopfhautpflege
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Bockshornklee-Maske
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Aloe-Vera-Haarmaske
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DIY-Shampoo mit Bierseife und Rosmarin
Natürliche DIY-Rezepte bei Haarausfall
So kannst du ausprobieren, welche einfache und natürliche Haarpflege zu dir und deiner Kopfhaut passt.
Haarpflege mit Bier
Auch Bier hat in der traditionellen Haarpflege eine lange Geschichte.
Statt Bier als Behandlung gegen Haarausfall zu betrachten, sehen wir es eher als interessanten Bestandteil einer natürlichen Haarpflege.
Unsere Haar Kraft mit Bier enthält neben Bier unter anderem Avocadoöl, Traubenkernöl, Jojobaöl und Rizinusöl.
Sie wurde für die natürliche Reinigung und Pflege von Haar und Kopfhaut entwickelt.
Haar Kraft mit Bier entdecken
Wann solltest du wegen Haarausfall zum Arzt?
Auch wenn du im Frühjahr mehr Haare verlierst, solltest du nicht jeden verstärkten Haarausfall automatisch als saisonal einstufen.
Lass den Haarverlust ärztlich oder dermatologisch abklären, wenn:
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plötzlich sehr viele Haare ausfallen
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kahle Stellen entstehen
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dein Haar sichtbar dünner wird
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der Haarausfall über mehrere Monate anhält
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deine Kopfhaut stark juckt, gerötet oder entzündet ist
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Schmerzen oder andere Beschwerden auftreten
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du zusätzlich ungewöhnlich müde oder körperlich verändert bist
Hinter Haarausfall können beispielsweise hormonelle Veränderungen, Schilddrüsenerkrankungen, Erkrankungen der Kopfhaut, Medikamente oder Nährstoffmängel stecken.
Haarausfall im Frühjahr beobachten statt in Panik geraten
Wenn im Frühjahr plötzlich mehr Haare in deiner Bürste liegen, muss das nicht sofort bedeuten, dass etwas nicht stimmt.
Der Haarzyklus unterliegt natürlichen Schwankungen und auch saisonale Veränderungen wurden wissenschaftlich beobachtet.
Trotzdem lohnt es sich, deinen Körper aufmerksam wahrzunehmen.