Muss das sein?
Diese Frage haben meine Tochter und ich uns letztes Jahr in diesem You Tube Film gestellt.
Es ist doch für uns alle jedes Jahr total selbstverständlich: Weihnachten kommt, wir überlegen, was wir unseren Liebsten schenken könnten, kaufen Weihnachtsgeschenke, packen sie schön ein und legen sie unter den Weihnachtsbaum.
Aber warum machen wir uns eigentlich diesen ganzen Stress?
Wir hinterfragen vieles in unserem Alltag, weil wir viele Dinge vereinfachen möchten.
Und so kamen wir auf die Frage:
Was ist der Sinn des Schenkens?
Muss das sein?
Für uns hat Weihnachten einen christlichen Ursprung.
Wir feiern die Geburt von Jesus Christus. Auch die Heiligen Drei Könige machten sich auf den Weg zum Jesuskind und brachten ihm ihre Gaben.
Bis heute gehört das Schenken für viele Menschen ganz selbstverständlich zu Weihnachten dazu.
Auch für uns steckt viel Schönes dahinter.
Ein Geschenk ist ein Ausdruck von Liebe, Dankbarkeit und Wertschätzung.
Wir können einem anderen Menschen damit sagen:
"Ich habe an dich gedacht."
"Du bist mir wichtig." oder
"Ich möchte dir eine Freude machen."
Es ist so schön, wenn jemand ein Geschenk auspackt und sich von Herzen darüber freut.
Bei Kindern kann man das besonders gut beobachten: diese ehrliche, aufrichtige Freude, die Spannung beim Auspacken und dann diese strahlenden Augen, wenn etwas zum Vorschein kommt, über das sie sich wirklich freuen.
Und eigentlich ist es ganz egal, wie alt die Kinder sind. Selbst wenn sie längst erwachsen sind, ist es berührend zu sehen, wenn sie sich freuen.
Haben wir den Sinn des Schenkens vergessen?
Trotzdem hat man irgendwie das Gefühl, das Schenken an Weihnachten sehr stark mit Konsum verbunden ist.
"Was muss ich noch besorgen?"
"Für wen brauche ich noch ein Geschenk?"
"Habe ich jemanden vergessen?"
"Wie viel soll ich schenken"
Und plötzlich wird aus etwas Schönem eine Verpflichtung.
Wir kaufen, weil Weihnachten ist und weil eben ein Geschenk unter dem Weihnachtsbaum liegen „muss“.
Oder, wie ist das bei dir? Schreib uns gerne in die Kommentare unten, wie du das siehst.
Denn es muss es doch gar nicht immer Masse sein.
Manchmal reicht ein einziges, bewusst ausgewähltes Geschenk, bei dem der andere spürt:
Da hat sich jemand Gedanken über mich gemacht. Ich bin diesem Menschen wichtig.
Bei uns lagen irgendwann unglaublich viele Geschenke unter dem Weihnachtsbaum
Wir sind eine große Familie.
Als die Kinder noch klein waren, hat natürlich jedes Kind etwas für ihn schönes geschenkt bekommen. Als sie erwachsen wurden, haben wir das zunächst beibehalten und es war zunächst auch schön, denn wir haben uns irgendwie alle gefreut.
Aber, wenn eine große Familie zusammensitzt und jeder für jeden ein Geschenk hat, kommt ganz schön viel zusammen.
Ich kann mich noch an ein Weihnachtsfest erinnern, an dem gefühlt der ganze Boden voller Geschenke lag.
Ein Geschenk wurde ausgepackt, dann kam schon das nächste.
Und noch eines.
Und noch eines.
Irgendwann haben wir gemerkt:
Das ist uns zu viel.
Das einzelne Geschenk ging in dieser Menge völlig unter.
Also haben wir etwas verändert.
Weniger Geschenke zu Weihnachten, dafür bewusst schenken
Seit einigen Jahren wichteln wir in unserer Familie.
Jeder zieht einen Namen und sucht für diesen einen Menschen ein Geschenk aus.
Und ich finde, dadurch ist etwas Schönes passiert.
Plötzlich konzentriert man sich wirklich auf diesen einen Menschen.
"Was könnte ihm Freude machen und passt zu ihm. Was würde er sich selbst nicht kaufen oder was benötigt er gerade?"
Und dann kommt Weihnachten. Wir sitzen alle zusammen am Tisch, freuen uns über die Geburt von Jesus und singen gemeinsam Weihnachtslieder.
Danach geht es an die Bescherung. Der Jüngste beginnt und packt sein Geschenk aus, die anderen schauen zu. Wir freuen uns miteinander und manchmal wird natürlich auch geraten, wer wen gezogen hat. Dabei geht es wirklich lustig zu.
Und das Schöne dabei, das einzelne Geschenk bekommt wieder Aufmerksamkeit.
Es geht nicht mehr um die Masse, es geht um den Menschen.
Weniger bedeutet nicht weniger Liebe
Bewusst zu schenken bedeutet für uns nicht, dass wir das Schenken abschaffen sollten. Ganz im Gegenteil.
Wenn du es liebst, für deine Familie Geschenke auszusuchen und jedem einzelnen Menschen damit eine Freude zu machen, dann ist das doch etwas Wunderschönes.
Vielleicht ist genau das eine Art, Liebe und Dankbarkeit auszudrücken.
Deshalb geht es uns nicht um richtig oder falsch, sondern vielmehr um die Frage: Warum schenke ich?
Schenke ich, weil ich das Gefühl habe, noch schnell irgendetwas besorgen zu müssen?
Oder schenke ich, weil ich einen Menschen kenne, ihm zugehört und mir Gedanken darüber gemacht habe, was ihm wirklich Freude machen könnte?
Das ist für mich der Unterschied zwischen einfach etwas kaufen und bewusst schenken.
Ein persönliches Geschenk muss nicht groß sein
Besonders schön finde ich Geschenke, zu denen ich etwas erzählen kann.
Vielleicht habe ich irgendwo eine kleine Manufaktur entdeckt und kenne die Menschen und ihre Philosophie dahinter.
Oder ich benutze ein Produkt selbst schon lange und weiß, wie schön und hilfreich es im Alltag sein kann.
Dann kann ich beim Schenken sagen:
„Das benutze ich selbst so gerne und deshalb wollte ich es dir auch einmal schenken.“
Oder:
„Als ich das gesehen habe, musste ich sofort an dich denken.“
Dann ist es nicht einfach irgendein Geschenk.
Es hat eine Geschichte.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum kleine, persönliche und sinnvolle Geschenke manchmal so viel mehr bedeuten können als ein großer Berg voller Päckchen.
Was bleibt von Weihnachten?
Wenn ich an unsere Weihnachtsabende zurückdenke, sind es nämlich gar nicht die vielen Weihnachtsgeschenke, an die ich mich besonders erinnere.
Es ist das Zusammensitzen, gemeinsames essen, Geschichten erzählen und singen. Viel lachen und Zeit miteinander verbringen.
Und für uns gehört natürlich auch dazu, uns daran zu erinnern, warum wir Weihnachten feiern: die Geburt Jesu.
Die Geschenke dürfen ein Teil dieses Festes sein. Aber sie müssen nicht das Wichtigste sein.
Denn auch beim Schenken,
können wir mit wenig ganz schön viel erreichen.