90% im Badezimmer ausgemistet. Das habe ich gelernt

04 Mär, 2026
Minimalismus im Badezimmer

Um 6.35 komme ich morgens ins Badezimmer und um 6.42 verlasse ich es wieder. Morgens komme ich ins Badezimmer schnappe mir nur meine Zahnbürste, wasche mein Gesicht mit kaltem Wasser, bürste meine Haare und wenn meine Haut es braucht, dann trage ich Sheabutter auf. 

Abends komme ich ins Badezimmer und ich liebe dieses Gefühl unter der Dusche. Nur eine Seife liegt auf meinem getöpferten Seifenschälchen. Ich schäume sie auf meinem Kopf auf und schäume mein ganzen Körper ein. Ich wasche alles runter und gehe aus der Dusche. Wenn ich dann den Blick durch das Badezimmer schweifen lasse, spüre ich jedes Mal eine große Erleichterung. Es erinnert mich an ein schönes Hotelbadezimmer, in dem nichts Unnötiges herumsteht.

Das Badezimmer ist meistens der Raum wo die Schränke am vollsten sind. Überfüllt mit Pflegeprodukte, Reinigungsprodukte, Deko, Fläschchen, Tiegel, Tuben.

 

Seit ich etwa 90 % davon aus meinem Badezimmer entfernt habe, fühle ich eine unglaubliche Befreiung.

Früher habe ich viel mehr Zeit im Badezimmer verbracht und war trotzdem nie richtig zufrieden mit meinem Aussehen.
Ich habe unzählige Hautpflegeprodukte ausprobiert und dafür viel Geld ausgegeben.

Auch das Badezimmer zu putzen hat immer lange gedauert. Ich musste ständig Dinge anheben, wegstellen und wieder zurückräumen.

Die Schränke habe ich oft gar nicht erst aufgeräumt, weil mich das Chaos darin überfordert hat.

Heute ist mein Badezimmer eine echte Wohlfühloase geworden.
Ich fühle mich wohl in diesem Raum.
Und ich fühle mich wohl, wenn ich in den Spiegel schaue.

Minimalistische Seife

Was ich gelernt habe, seit ich Minimalismus im Badezimmer lebe:

1. Kein Cremen mehr und ich liebe es.
Früher mochte ich dieses Gefühl von Cremes auf der Haut nie. Dieses leicht klebrige Gefühl, das lange bleibt, bis alles eingezogen ist. Trotzdem dachte ich immer, ich müsse mich regelmäßig eincremen, weil es überall so empfohlen wird. Heute ist das anders. Meine Haut hat gelernt, sich wieder selbst zu regulieren. Sie fühlt sich ausgeglichener an und verlangt viel seltener nach Pflege. Wenn sie trocken ist, trage ich etwas Sheabutter auf.

2. Ein aufgeräumtes Badezimmer mit freien Oberflächen beruhigt mein Nervensystem.
Wenn ich das Badezimmer betrete und mein Blick über freie Flächen gleitet, spüre ich sofort eine Ruhe. Keine Flaschen, keine Tuben, keine Unordnung. Alles hat seinen Platz und nichts steht unnötig herum. Unser Gehirn reagiert sehr sensibel auf visuelle Reize. Viele Dinge gleichzeitig bedeuten für unser Nervensystem oft unbewusst Stress. Ein klarer Raum dagegen wirkt beruhigend. Genau dieses Gefühl kenne ich aus schönen Hotelbadezimmern und heute habe ich es jeden Tag bei mir zu Hause.

3. Ein einziges Produkt reicht zum Putzen.
Früher standen auch beim Putzen mehrere Flaschen im Schrank: Badreiniger, Kalkreiniger, Glasreiniger, WC-Reiniger. Heute benutze ich für fast alles meine Kernseife. Sie reinigt Waschbecken, Dusche, Fliesen und sogar den Boden.

4. Es muss nicht nach Putzmittel riechen um sauber zu sein.
Das Schöne daran ist: Nach dem Putzen riecht es nicht nach aggressivem Putzmittel. Es bleibt einfach ein neutraler, sauberer Raum zurück. Man kann wieder durchatmen, ohne von künstlichen Düften umgeben zu sein.

5. Mehr Raum.
Früher waren die Schränke voll mit Flaschen, Tuben und Tiegeln. Viele davon habe ich irgendwann gekauft, weil ich dachte, ich brauche sie. Manche wurden nur ein paar Mal benutzt und verschwanden dann wieder im Schrank. Heute ist vieles verschwunden und genau das fühlt sich gut an. Weniger Dinge bedeuten mehr Übersicht. Ich öffne den Schrank und sehe sofort alles, was ich habe. Es gibt nichts mehr, das sich hinten versteckt oder vergessen wird.

6. Mehr Geld für die Dinge, die mir wirklich wichtig sind.
Früher habe ich viel Geld für Pflegeprodukte ausgegeben. Cremes, Seren, Masken, Spezialprodukte für jedes kleine Hautproblem. Heute kaufe ich nur noch wenige, ausgewählte Dinge. Das spart nicht nur Geld, sondern verändert auch die Sichtweise. Statt ständig neue Produkte zu kaufen, investiere ich lieber in Dinge, die mir wirklich Freude machen oder die mein Leben bereichern.

7. Mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben.
Meine Morgenroutine dauert nur wenige Minuten. Auch das Putzen geht schneller, wenn nicht erst zehn Produkte und Gegenstände weggeräumt werden müssen. Dabei habe ich etwas Wichtiges verstanden: Wie lange man im Badezimmer steht, sagt nichts darüber aus, wie man aussieht oder wie wohl man sich fühlt. Schönheit entsteht nicht durch immer mehr Produkte. Oft entsteht sie genau dann, wenn wir anfangen zu vereinfachen.