Von 10 Zecken am Tag auf 0
Wie eine einfache Umstellung unser Leben verändert hat
Zecken gehören für viele Menschen zum Sommer dazu, besonders, wenn man viel in der Natur unterwegs ist.
Für uns waren sie über Jahrzehnte tägliche Begleiter. Bis zu zehn Zecken am Tag waren keine Seltenheit. Heute sind es keine mehr. In diesem Artikel teilen wir unsere persönliche Erfahrung, wie eine Umstellung auf Naturseife, Kokosöl und Duftstoffverzicht unser Leben verändert hat, ohne Versprechen, aber mit jahrelanger Beobachtung.
Als Aufstehen plötzlich nicht mehr selbstverständlich war.
Eines Morgens wollte Gerhard wie gewohnt aufstehen und zur Arbeit gehen. Doch an diesem Tag war alles anders. Schon das Aufrichten im Bett wurde zur Qual. Seine Gelenke schmerzten furchtbar, sein Körper fühlte sich schwer und kraftlos an, eine tiefe Erschöpfung durchzog ihn. Er war schlapp, schwach und dauerhaft müde. Es fühlte sich an wie eine schwere Grippe, nur schlimmer.
Der Besuch beim Arzt brachte Klarheit: Borreliose.
Leben im Wald, mit allen Konsequenzen
Als Forstwirt, Jäger und Besitzer eines Hofes mit Weiderindern und eigenem Wald war Gerhard täglich in der Natur unterwegs. Im Sommer sammelte er bis zu zehn Zecken am Tag auf. Sie nisteten sich an den unmöglichsten Körperstellen ein, bevorzugt dort, wo es warm und weich war.
Es waren so viele, dass sie sich nicht nur an seinem Körper festsetzten, sondern sogar in unserem Badezimmer und hinter unserem Bett an der Wand hochliefen.
Die Sommer wurden zur Qual. Unsere Kinder wurden jeden Abend konsequent nach Zecken abgesucht.
Wir sehnten uns jedes Jahr den Herbst herbei, wenn es draußen wieder kälter wurde. Obwohl Zecken auch im Winter aktiv sein können, waren es dann zumindest weniger. Doch ganz verschwanden sie nie.
Deshalb war es keine Überraschung, dass es unsere Familie schließlich auch erwischt hatte.
Eine beiläufige Frage, die alles veränderte
Mit der Gründung meiner Seifenmanufaktur Jahre später, hatten wir unsere gesamte Körper- und Haarpflege sowie unsere Wasch- und Reinigungsmittel vollständig auf natürliche Seife umgestellt und unser Familienunternehmen gegründet.
Eines Tages sprach uns eine begeisterte Kundin an. Ob uns eigentlich schon aufgefallen sei, dass wir keine Zecken mehr hätten.
Ich verneinte, denn im ersten Sommer nach der Umstellung auf natürliche Seifen, war uns das im Alltagsstress tatsächlich nicht aufgefallen.
Zecken hatten uns jahrzehntelang jeden Sommer begleitet. Nach dem langen Winter, hatten wir ihr plötzliches Ausbleiben einfach nicht bemerkt.
Die Kundin erzählte mir:
„Seit mein Mann deine Seifen benutzt, hat er keine Zecken mehr an sich.“
Ihr Ehemann war Jäger, Forstwirt und Landwirt mit eigenem Hof und Wald, genau wie Gerhard. Auch er hatte zuvor ständig mit massivem Zeckenbefall zu kämpfen gehabt.
Beobachten statt glauben
Ich war völlig überrascht. Und zugleich neugierig. Ich beschloss, es bei uns zu beobachten.
Und sie hatte recht.
Im ersten Jahr nach der Umstellung hatten wir vielleicht zwei Zecken in der gesamten Saison. Im darauffolgenden Jahr noch eine. Danach keine mehr.
Nun wollte ich es genau wissen.
Was war in unseren Seifen enthalten, dass uns die Zecken offenbar mieden?
Ich begann zu recherchieren, über Jahre hinweg und wurde fündig. Eine zentrale Rolle spielt kaltgepresstes, unraffiniertes Kokosöl. Es enthält Laurinsäure, eine Fettsäure, die Zecken meiden.
In Versuchen wurde beobachtet, dass Zecken Oberflächen meiden, die mit Laurinsäure behandelt wurden. Viele der Krabbeltiere verließen diese Flächen innerhalb kurzer Zeit oder mieden sie vollständig.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Laurinsäure eine repellierende Wirkung haben kann, ein Zusammenhang, der in mehreren wissenschaftlichen und technischen Veröffentlichungen beschrieben wird.
Wenn wir wieder nach uns selbst riechen
Doch mindestens ebenso bedeutsam war ein zweiter Aspekt:
Wir rochen nicht mehr nach synthetischen Parfums. Wir rochen wieder nach uns selbst.
Jeder Mensch besitzt eine individuelle Ausdünstung. In der Natur ist das selbstverständlich. Doch über Jahrzehnte hat uns die Industrie etwas anderes glauben lassen: dass unser eigener Geruch etwas Unangenehmes sei. Dass wir ihn überdecken müssten. Dass wir sonst „stinken“ und nicht liebenswert seien.
Also übertünchen wir unsere natürliche Hautausdünstung mit künstlichen Duftstoffen, in Seifen, Shampoos, Deos und Waschmitteln. Und wenn diese Gerüche sich mischen, entstehen seltsame Duftcocktails, die wir wiederum mit noch mehr Parfum zu überdecken versuchen.
Seit wir keine industriellen Pflege- und Waschmittel mehr verwenden, dünstet unsere Haut keine fremden, synthetischen Gerüche mehr aus und ist offenbar uninteressant für Zecken geworden
Mittlerweile sind es über zehn Jahre Beobachtung.
Über Jahre hinweg habe ich dieses Phänomen beobachtet, bevor ich unsere Erfahrung öffentlich geteilt habe. Sommer für Sommer, ohne Ausnahme.
Weniger ist mehr
Für uns ist diese Geschichte ein weiterer Beweis dafür, dass weniger oft mehr ist.
Dass Reduktion nicht Verlust bedeutet, sondern Gewinn.
Und dass die Rückkehr zur Natürlichkeit manchmal mehr bewirkt als jedes Produkt, das von der Industrie verkauft werden will.